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Sie würden erwarten, dass die Goldpreis und die Silberpreis sind auf der ganzen Welt mehr oder weniger gleich. Schließlich handelt es sich theoretisch um dieselben Rohstoffe. Die Praxis zeigt jedoch ein anderes Bild. Die folgende Grafik zeigt, dass Anleger auf dem Silbermarkt in Shanghai derzeit 11,01 Prozent mehr für ihr Edelmetall zahlen als in den Vereinigten Staaten. Gold ist in China auch strukturell höher als in vielen westlichen Märkten.
Wie das genau möglich ist und was das über den globalen Edelmetallmarkt aussagt, werden wir auf dieser Seite untersuchen.

In den Vereinigten Staaten und Europa sind die Gold- und Silberpreise weitgehend angegeben an Handelsplätzen wie der COMEX in New York und dem Londoner Markt. Dort dominieren Terminkontrakte und andere Finanzinstrumente den Handel. Die meisten dieser Kontrakte werden nicht physisch, sondern finanziell abgewickelt.
Infolgedessen spiegeln die Preise im Westen hauptsächlich die Liquiditätsbedingungen, spekulative Positionen, den Zustand des Dollars und die Erwartungen an die Zinsentwicklung wider, und in viel geringerem Maße die unmittelbare Verfügbarkeit von physischem Metall.
In China funktionieren die Dinge anders. An der Shanghai Gold Exchange und der Shanghai Futures Exchange spielt die physische Lieferung eine viel größere Rolle. Die Preise in Shanghai sind daher enger mit der tatsächlichen Nachfrage nach Metall verknüpft, das tatsächlich aus dem Börsensystem entfernt werden kann.
Wenn die Nachfrage nach physischem Gold oder Silber steigt, schlägt sich dieser Druck schneller in höheren lokalen Preisen in China nieder. Dieser Unterschied in der Marktstruktur ist eine wichtige Erklärung dafür, dass Edelmetalle in China regelmäßig teurer sind als im Rest der Welt.
In der chinesischen Kultur wird Gold seit Jahrhunderten verwendet verehrt als Symbol für Wohlstand und Erfolg. Das Edelmetall steht für Reichtum und Überfluss und es wird angenommen, dass es denjenigen Glück bringt, die es besitzen.
Gold wird auch mit dem Begriff „Jin Yun“ in Verbindung gebracht, der frei übersetzt werden kann als „goldenes Glück“ oder „zukünftiger Wohlstand“. Während des chinesischen Neujahrs tauschen die Menschen daher Geschenke in Form von Goldschmuck, Münzen und Ornamenten aus, um sich gegenseitig ein erfolgreiches Jahr zu wünschen.
In China liegt der Wert von Gold nicht nur in seinem Materialgehalt. Die Farbe spielt auch eine wichtige Rolle. Gold symbolisiert nicht nur Wohlstand, sondern auch Glück und positive Energie. Das Tragen goldener Kleidung oder die Dekoration von Häusern mit Goldschmuck während des chinesischen Neujahrs würde Wohlstand und Segen nach sich ziehen.
Zusammen mit Rot, das für Glück und Freude steht, ist Gold daher die dominierende Farbe in dieser festlichen Zeit. Gold ist also tief in der chinesischen Kultur verankert. Aus dieser Perspektive ist die Beliebtheit des Edelmetalls keine Überraschung.
Chinesische Haushalte haben begrenzten Zugang zu den internationalen Finanzmärkten. Für Kapital in China ist es schwierig, das Land ungehindert zu verlassen. Infolgedessen sind viele Chinesen auf inländische Investitionen wie Immobilien oder Ersparnisse auf Bankkonten angewiesen.
Das ist genau der Kern der Geschichte. Wenn die Immobilienpreise stark unter Druck stehen und die Sparquoten bei etwa 1 Prozent liegen, wird Gold plötzlich zu einer attraktiven Alternative. In einem solchen Umfeld dient das Edelmetall als Ausweg innerhalb eines ansonsten geschlossenen Finanzsystems.
Derzeit besteht laut Angaben von rund 1 Prozent des Vermögens chinesischer Haushalte aus Gold Forschung von ANZ Research. Diese Bank geht jedoch davon aus, dass dieser Anteil langfristig auf rund 5 Prozent steigen wird, insbesondere jetzt, da der Immobilienmarkt weiterhin schwach ist und die Sparquoten extrem niedrig sind.
„Die Leute sehen in Gold investieren zunehmend als Versicherungsform „, sagt Zhaopeng Xing von ANZ Research.
Angesichts der kulturellen Bedeutung von Gold in China ist es nicht verwunderlich, dass Anleger derzeit ihre Augen dem Edelmetall zuwenden. Die Welt befindet sich in einer Phase zunehmender geopolitischer Spannungen, in der China selbst eine zentrale Rolle spielt. Zunehmend warnen auch westliche Investoren davor, dass traditionelle sichere Häfen unter Druck geraten, wie es die Wall-Street-Legende Ray Dalio jetzt sogar fordert Verkauf von Staatsanleihen und Kauf von Gold.
Darüber hinaus hört man regelmäßig, dass die chinesische Regierung entschlossen ist, die dominante Stellung des US-Dollars zu schwächen, ein Prozess, der oft als Entdollarisierung bezeichnet wird. In einer Welt, in der sich die Machtverhältnisse verschieben und die Zukunft immer weniger vorhersehbar wird, steigt die Attraktivität von Vermögenswerten, die nicht direkt von der politischen Politik oder den Wirtschaftssystemen abhängen.
Schließlich spielt es bei Gold keine Rolle, ob China oder die Vereinigten Staaten morgen weltweit führend sind. Das Edelmetall befindet sich außerhalb des Spielfeldes nationaler Währungen und geopolitischer Machtblöcke. Genau aus diesem Grund ist Gold in dieser Zeit ein attraktiver sicherer Hafen, was sich auch in der jüngsten Preisbewegung widerspiegelt.
Warum zahlen chinesische Anleger bis zu 11% mehr für Gold und Silber als im Westen? Erfahren Sie, wie physische Nachfrage, Kultur und Kapitalbeschränkungen die Preise beeinflussen und was das über die Zukunft des globalen Edelmetallmarktes aussagt.
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