Wie Gold von den Turbulenzen in Japan und dem Druck der Wall Street profitiert

Veröffentlicht am:
17.2.2026

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Wie Gold von den Turbulenzen in Japan profitiert, die die Wall Street erschüttern

Jahrelang war Japan ein Paradies für Anleger, die wussten, wo sie suchen mussten. Jahrzehntelang lagen die Zinssätze in der Nähe von Null, manchmal sogar darunter, was auf die extrem großzügige Politik der Zentralbank zurückzuführen war. Infolgedessen wuchs der japanische Yen zur Finanzierungswährung des globalen Finanzsystems.

Anleger konnten günstige Kredite in Yen aufnehmen, dieses Geld in Dollar oder Euro umtauschen und in Anlagen mit höheren Renditen investieren. Solange der Yen schwach blieb, funktionierte diese Strategie fast geräuschlos im Hintergrund.

Dieser Mechanismus ist als Yen Carry Trade bekannt. In diesem Artikel erklären wir, wie diese Strategie funktioniert, warum sie jetzt unter Druck steht und warum Goldpreis profitiert davon.

Der Yen Carry Trade in fünf Schritten erklärt

  1. Kreditaufnahme in Japan: Ein Investor leiht sich in Japan Geld in Yen zu einem extrem niedrigen Zinssatz. Dies kann über Banken, den Anleihemarkt oder Derivate geschehen.
  2. Yen verkaufen: Der geliehene Yen wird direkt am Devisenmarkt verkauft und in eine andere Währung, oft den Dollar oder Euro, umgerechnet.
  3. Investition in Anlagen mit höherer Rendite: Mit diesen Dollars kauft der Anleger Vermögenswerte mit einer höheren erwarteten Rendite, wie z. B. US-Staatsanleihen oder Aktien.
  4. Warten Sie einfach ab: Solange der Zinsunterschied zwischen Japan und dem Rest der Welt groß bleibt und der Yen nicht steigt, wird sich diese Strategie profitabel fortsetzen. Schließlich erzielt der Investor eine Rendite, während die Finanzierungskosten niedrig bleiben.
  5. Zeit für den Ausstieg: Wenn der Investor kündigen will, verkauft er die Investition, tauscht den Dollar wieder in Yen um und zahlt das Darlehen zurück.

Die Schwachstelle in dieser Geschichte ist klar: Diese Strategie funktioniert nur, solange der Yen nicht an Stärke verliert. Sobald Zweifel an der Abschwächung des japanischen Yen aufkommen, kommen auch Zweifel am Yen-Carry-Trade auf. Das ist genau das, was wir gerade erleben.

Warum der Carry Trade jetzt unter Druck steht

Die Bedingungen, die den Yen Carry Trade jahrelang so attraktiv gemacht haben, ändern sich.

Erstens ändert sich die japanische Zinspolitik langsam. kippen. Die Zentralbank hat sich von den Negativzinsen verabschiedet und lässt vorsichtig mehr Spielraum für höhere langfristige Zinssätze. Dies macht die Kreditaufnahme in Yen weniger offensichtlich als zuvor.

Zweitens ist der Yen extrem schwach gewesen. Das klingt für Carry-Trader attraktiv, erhöht aber tatsächlich das Risiko. Je weiter eine Währung weiter steigt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer scharfen Gegenbewegung.

Drittens, weltweit, die Unbehagen Zehe. In Zeiten, in denen Anleger defensiver werden, sinkt die Bereitschaft, mit geliehenem Geld Risiken einzugehen. Carry-Trades werden dann, oft gleichzeitig, schrittweise eingestellt.

Dies löst möglicherweise eine Kettenreaktion aus: Anleger kaufen den Yen zurück, um ihre Positionen zu schließen, der Yen steigt weiter, was wiederum Druck auf andere Carry-Trades ausübt.

Was das für die Wall Street bedeutet

Der Yen-Carry-Trade ist kein japanisches Problem. Er ist tief mit den globalen Kapitalmärkten verflochten. Ein plötzlicher Ausstieg hat Auswirkungen auf:

  • US-Aktien
  • Anleihemärkte
  • Risikoinvestitionen

Wenn diese Positionen unter Druck geraten, steigt die Volatilität und die Nachfrage nach sicheren Häfen steigt. Und hier kommt Gold ins Spiel.

Warum Gold profitiert

Gold profitiert nicht, weil Japan in Schwierigkeiten steckt, sondern weil das Vertrauen in die Finanzstrukturen abnimmt. Wann:

  • Währung bewegt sich plötzlich
  • Zinsunterschiede werden ungewiss
  • fremdfinanzierte Positionen werden reduziert

In diesem Fall suchen Anleger nach Vermögenswerten ohne Gegenparteirisiko. Gold hat keinen Emittenten, kein Kreditrisiko und keine Abhängigkeit von der Geldpolitik.

All dies bedeutet nicht, dass wir am Rande einer Finanzkrise stehen. Extremszenarien sind selten am wahrscheinlichsten. Es bedeutet jedoch, dass eine Säule, die seit Jahren die Märkte stabilisiert hat, allmählich ins Wanken gerät. Und sobald sich diese Fundamentaldaten ändern, erfolgt eine Neupositionierung des Kapitals.

In einem solchen Umfeld ist es logisch, dass in Gold investieren kommt nachdrücklicher ins Bild zurück. Nicht als schnelles Geschäft, sondern als Versicherung in einer Welt, in der Wertpapiere langsam an Bedeutung verlieren. Genau wie aus dem geopolitische Unsicherheit, Gold profitiert auch von der Unsicherheit über eine mögliche Abwicklung des Yen-Carry-Trade.

Fazit

Die Unruhen rund um den japanischen Yen setzen einen unsichtbaren Motor hinter der Wall Street unter Druck, der Gold in neuem Glanz erstrahlen lässt. Erfahren Sie, wie die Abwicklung des Yen-Carry-Trade das Kapital in sichere Häfen treibt und warum Gold davon profitiert.

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