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Jahrelang war Japan ein Paradies für Anleger, die wussten, wo sie suchen mussten. Jahrzehntelang lagen die Zinssätze in der Nähe von Null, manchmal sogar darunter, was auf die extrem großzügige Politik der Zentralbank zurückzuführen war. Infolgedessen wuchs der japanische Yen zur Finanzierungswährung des globalen Finanzsystems.
Anleger konnten günstige Kredite in Yen aufnehmen, dieses Geld in Dollar oder Euro umtauschen und in Anlagen mit höheren Renditen investieren. Solange der Yen schwach blieb, funktionierte diese Strategie fast geräuschlos im Hintergrund.
Dieser Mechanismus ist als Yen Carry Trade bekannt. In diesem Artikel erklären wir, wie diese Strategie funktioniert, warum sie jetzt unter Druck steht und warum Goldpreis profitiert davon.
Die Schwachstelle in dieser Geschichte ist klar: Diese Strategie funktioniert nur, solange der Yen nicht an Stärke verliert. Sobald Zweifel an der Abschwächung des japanischen Yen aufkommen, kommen auch Zweifel am Yen-Carry-Trade auf. Das ist genau das, was wir gerade erleben.
Die Bedingungen, die den Yen Carry Trade jahrelang so attraktiv gemacht haben, ändern sich.
Erstens ändert sich die japanische Zinspolitik langsam. kippen. Die Zentralbank hat sich von den Negativzinsen verabschiedet und lässt vorsichtig mehr Spielraum für höhere langfristige Zinssätze. Dies macht die Kreditaufnahme in Yen weniger offensichtlich als zuvor.
Zweitens ist der Yen extrem schwach gewesen. Das klingt für Carry-Trader attraktiv, erhöht aber tatsächlich das Risiko. Je weiter eine Währung weiter steigt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer scharfen Gegenbewegung.
Drittens, weltweit, die Unbehagen Zehe. In Zeiten, in denen Anleger defensiver werden, sinkt die Bereitschaft, mit geliehenem Geld Risiken einzugehen. Carry-Trades werden dann, oft gleichzeitig, schrittweise eingestellt.
Dies löst möglicherweise eine Kettenreaktion aus: Anleger kaufen den Yen zurück, um ihre Positionen zu schließen, der Yen steigt weiter, was wiederum Druck auf andere Carry-Trades ausübt.
Der Yen-Carry-Trade ist kein japanisches Problem. Er ist tief mit den globalen Kapitalmärkten verflochten. Ein plötzlicher Ausstieg hat Auswirkungen auf:
Wenn diese Positionen unter Druck geraten, steigt die Volatilität und die Nachfrage nach sicheren Häfen steigt. Und hier kommt Gold ins Spiel.
Gold profitiert nicht, weil Japan in Schwierigkeiten steckt, sondern weil das Vertrauen in die Finanzstrukturen abnimmt. Wann:
In diesem Fall suchen Anleger nach Vermögenswerten ohne Gegenparteirisiko. Gold hat keinen Emittenten, kein Kreditrisiko und keine Abhängigkeit von der Geldpolitik.
All dies bedeutet nicht, dass wir am Rande einer Finanzkrise stehen. Extremszenarien sind selten am wahrscheinlichsten. Es bedeutet jedoch, dass eine Säule, die seit Jahren die Märkte stabilisiert hat, allmählich ins Wanken gerät. Und sobald sich diese Fundamentaldaten ändern, erfolgt eine Neupositionierung des Kapitals.
In einem solchen Umfeld ist es logisch, dass in Gold investieren kommt nachdrücklicher ins Bild zurück. Nicht als schnelles Geschäft, sondern als Versicherung in einer Welt, in der Wertpapiere langsam an Bedeutung verlieren. Genau wie aus dem geopolitische Unsicherheit, Gold profitiert auch von der Unsicherheit über eine mögliche Abwicklung des Yen-Carry-Trade.
Die Unruhen rund um den japanischen Yen setzen einen unsichtbaren Motor hinter der Wall Street unter Druck, der Gold in neuem Glanz erstrahlen lässt. Erfahren Sie, wie die Abwicklung des Yen-Carry-Trade das Kapital in sichere Häfen treibt und warum Gold davon profitiert.
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