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Veröffentlicht am:
22.7.2026

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Platin sucht einen Boden: Hoffnung ruht auf Hybridautos

Der Platinpreis ist in den vergangenen Monaten deutlich gefallen, zusammen mit Gold und Silber. Dennoch zeigen die Charts zunehmend Signale, die auf eine Bodenbildung hindeuten. Der Kurs findet derzeit Unterstützung in einer Zone, die im Oktober und Dezember 2025 noch als Widerstand fungierte.

Zudem zeigt der Tageschart eine bullische Divergenz im Relative-Strength-Index (RSI). Der Kurs setzte einen tieferen Boden, während der RSI einen höheren Boden bildete. Das deutet darauf hin, dass die Abwärtsdynamik an Kraft verliert und der Verkaufsdruck möglicherweise nachlässt.

Platin findet Unterstützung in der Q4-2025-Zone und bildet eine bullische Divergenz. Quelle: TradingView

Fundamentale Unterstützung für Platin

Die fundamentale Story hinter Platin hat sich zuletzt tatsächlich verstärkt. Jahrelang gingen Anleger davon aus, dass die Nachfrage nach Platin durch den Vormarsch vollelektrischer Autos allmählich verschwinden würde. Ein batterieelektrisches Auto hat keinen Auspuff und benötigt daher auch keinen Katalysator.

Das war ein wichtiger Grund, warum Platin lange Zeit weniger beliebt war als Gold und Silber. Doch die Energiewende im Automobilsektor verläuft weniger geradlinig als gedacht. Vor allem in den USA und Europa scheinen Verbraucher nicht massenhaft auf einen Schlag auf vollelektrisches Fahren umzusteigen.

Stattdessen gewinnen Hybridautos an Boden. Das ist wichtig für Platin, denn Hybridautos verfügen weiterhin über einen Verbrennungsmotor und benötigen daher auch weiterhin Katalysatoren. Damit hält sich die Nachfrage nach Platin länger als im aggressivsten Elektrifizierungsszenario angenommen.

Hybride verlängern die Lebensdauer von Katalysatoren

Platin wird in Katalysatoren verwendet, um schädliche Abgase in weniger schädliche Stoffe umzuwandeln. Solange Autos mit Verbrennungsmotor verkauft werden, bleibt das eine wichtige Nachfragequelle.

Hybridautos bilden dabei eine Zwischenkategorie. Sie sind sauberer als klassische Benzin- oder Dieselautos, aber nicht vollelektrisch. Dadurch bleiben sie Teil der Platinnachfrage.

Es geht nicht um die Frage, ob elektrisches Fahren letztlich wächst — das tut es. Die Frage ist vor allem, wie lange die Übergangsphase dauert. Bleiben Hybride länger dominant als erwartet, wird die Nachfrage nach Platin strukturell langsamer abgebaut. Das verändert die Bewertung des Metalls.

Der Platinmarkt bleibt eng

Hinzu kommt, dass der Platinmarkt fundamental eng bleibt. Laut Johnson Matthey befanden sich 2025 alle Platingruppenmetalle in einem Defizit. Die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erwies sich als robust, während die Akzeptanz von Elektroautos außerhalb Chinas langsamer verlief als zuvor erwartet.

Auch für den weiteren Verlauf von 2026 erwartet Johnson Matthey, dass Platin erneut im Defizit bleibt. Das liegt daran, dass das Metall eine breitere Nachfragebasis hat als einige andere Platingruppenmetalle.

Neben dem Automobilsektor wird Platin in chemischen Prozessen, der Raffination, der Glasproduktion, der Elektronik und der Wasserstofftechnologie eingesetzt. Platin ist dadurch weniger von einem einzelnen Endmarkt abhängig als beispielsweise Palladium, das viel stärker vom Automobilsektor abhängt.

Das Angebot reagiert träge

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Angebot. Platin stammt zu einem großen Teil aus Südafrika. Neue Minenkapazität ist teuer, technisch komplex und braucht Jahre zur Entwicklung. Höhere Preise führen daher nicht automatisch schnell zu zusätzlichem Angebot.

Das macht den Markt anfälliger für Engpässe. Bleibt die Nachfrage nach Hybridautos länger stark, während die industrielle Nachfrage robust bleibt und das Recycling nur allmählich anzieht, kann der Markt länger eng bleiben als Anleger zuvor dachten.

Das erklärt, warum Platin fundamental interessant bleibt, während auch in den Charts positive Signale auftauchen.

Es gibt auch deutliche Risiken

Dennoch ist Vorsicht beim Investieren immer wichtig. Gewinnen vollelektrische Autos schneller Marktanteile als erwartet, kann die Nachfrage nach Katalysatoren schneller sinken. Vor allem China bleibt dabei wichtig, da die Elektrifizierung dort viel weiter fortgeschritten ist als in den USA und Europa.

Zudem kann eine schwächere Weltwirtschaft den Autoverkauf treffen. Höhere Ölpreise können die Nachfrage nach sparsameren Hybriden stützen, aber auch die Kaufkraft der Verbraucher belasten.

Unter dem Strich bleibt Platin ein interessantes Metall innerhalb eines diversifizierten Edelmetallportfolios — insbesondere da Hybridautos wieder an Beliebtheit gewinnen.

GoldRepublic voorkeur geven op Google

Fazit

Der Platinpreis zeigt erste Bodenbildungssignale. Erfahren Sie, warum das Wachstum von Hybridautos und ein knapper Markt sich positiv auf Platin auswirken könnten.

Thom Derks

Thom Derks schreibt für GoldRepublic über Gold, Makroökonomie und Geopolitik. Er studierte Rechtswissenschaften in Leiden und Wirtschaft in Amsterdam. Seine persönliche Faszination für Knappheit und Werterhalt durch Bitcoin und Gold führte ihn in die Welt des Finanzjournalismus. Mit seinem eigenen Newsletter De Geldpers auf Substack erreicht er über 5.800 Abonnenten mit Analysen zu Märkten, Geopolitik und dem Währungssystem.