Die größten Fondsmanager der Welt kaufen wieder Gold
Gold ist bei den größten Fondsmanagern der Welt wieder beliebt. Während des Rückgangs vom Allzeithoch, der bei rund 4.000 Dollar pro Unze endete, begannen die großen Fonds erneut, Gold zu kaufen. Unter anderem stieg Amundi SA, der größte Fonds Europas, mit der Erwartung eines Goldpreises von 5.000 Dollar pro Unze bis Ende 2026 ein.
"Gold ist ein Vermögenswert, den wir als günstig, als guten Hedge und als ausreichend liquide ansehen", so Lorenzo Portelli von Amundi.
Interessanterweise steigen nicht nur große Fonds ein. Auch durch Gold gedeckte ETFs verzeichnen erhebliche Zuflüsse. Diese Entwicklung setzte sich sogar fort, nachdem der Goldpreis vergangene Woche einen Rückschlag verkraften musste.

Amundi ist nicht der einzige große Fonds, der Gold als attraktiv ansieht. Auch vom niederländischen Vermögensverwalter Robeco, der 464 Milliarden Dollar verwaltet, kommen interessante Aussagen.
"Es ist zu einem viel akzeptierteren Vermögenswert geworden. Mittlerweile ist es fester Bestandteil so gut wie jedes regulären Portfolios", so Arnout van Rijn, Portfoliomanager für Multi-Asset- und Aktienlösungen bei Robeco.
Solche Aussagen sind ein wichtiges Signal für Gold. Immer mehr Anleger verstehen, dass das Edelmetall eine sehr gute Ergänzung für ein breit gestreutes Anlageportfolio darstellt.
Warum Gold wieder attraktiv ist
Die natürliche Knappheit von Gold bietet Schutz vor dem Problem der stetig wachsenden Staatsverschuldung, für die Inflation die einzige Lösung zu sein scheint.
Gleichzeitig könnte Gold durchaus der ideale Schutz beziehungsweise die ideale Versicherung gegen einen künftigen Bärenmarkt bei KI-Aktien sein. In diesem Szenario ist eine Rezession nicht unwahrscheinlich, und die Kapitalnachfrage würde stark sinken, da die enormen KI-Investitionen wegfallen würden.
Das würde die Zinsen senken und damit die Konkurrenz für Gold verringern, während gleichzeitig Regierungen und Zentralbanken eingreifen würden, um der Rezession entgegenzuwirken. Für viele Anleger wäre auch das ein Grund, ihre Goldposition auf- oder auszubauen.
Darüber hinaus sehen wir, wie die 40-Tage-Korrelation zwischen Gold und dem US-amerikanischen S&P 500 in Richtung null sinkt. Das bedeutet, dass sich beide zunehmend in unterschiedliche Richtungen bewegen, während das Anfang 2026 noch anders war. Gold beginnt sich damit wieder zunehmend wie ein unabhängiger Vermögenswert zu verhalten.

Was das für Anleger bedeutet
Das ist wichtig, denn diese Unabhängigkeit ist für viele Anleger ein wichtiger Grund, Gold beizumischen. Würde der Goldpreis stets exakt im Gleichschritt mit Aktien verlaufen, wäre das Edelmetall keine sinnvolle Ergänzung für ein Portfolio.
Während das Goldfieber vom Januar 2026 vollständig verschwunden ist, sehen wir auf fundamentaler Ebene also erneut positive Veränderungen für Gold. Das Vertrauen in die Fähigkeit von Regierungen, die Staatsverschuldung unter Kontrolle zu halten, nimmt ab, wodurch das Interesse an Alternativen zunimmt.
Obwohl es keine naheliegende Alternative zum US-Dollar gibt, bietet Gold immerhin eine Möglichkeit, sich etwas Schutz zu erkaufen. Interessant ist, dass Gold nach wie vor einen relativ kleinen Teil des westlichen Vermögens ausmacht, vor allem nach Jahren extremer Kursanstiege am US-Aktienmarkt.
Das bedeutet, dass schon eine geringe Diversifikation das Potenzial hat, den Goldpreis erheblich anzukurbeln. Genau darauf scheinen ETF-Anleger und große Fondsmanager derzeit zu setzen.
Große Fondsmanager bauen ihre Goldpositionen wieder auf, und auch Gold-ETFs ziehen neues Kapital an. Warum kehrt das Interesse an Gold zurück?

Thom Derks schreibt für GoldRepublic über Gold, Makroökonomie und Geopolitik. Er studierte Rechtswissenschaften in Leiden und Wirtschaft in Amsterdam. Seine persönliche Faszination für Knappheit und Werterhalt durch Bitcoin und Gold führte ihn in die Welt des Finanzjournalismus. Mit seinem eigenen Newsletter De Geldpers auf Substack erreicht er über 5.800 Abonnenten mit Analysen zu Märkten, Geopolitik und dem Währungssystem.





