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Veröffentlicht am:
24.8.2026

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Gold steigt weiter: Knappheit wird wieder wichtig

Auch der Goldpreis ist mit einem Anstieg in die neue Börsenwoche gestartet, während die US-Börsenfutures am Montagmorgen unter Druck standen. Die Kombination aus geopolitischer Unruhe, Stress an den Energiemärkten und Zweifeln an der Tragfähigkeit der Staatsverschuldung macht das Investieren in Knappheit wieder zu einem wichtigen Thema.

Diese Idee gewann letzte Woche an Fahrt, nachdem das US-Finanzministerium eine Verdopplung der Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen angekündigt hatte.

Gold steigt weiter nach Bessents Kriegsrhetorik

Auch diese Woche hat gut für den Goldpreis begonnen. In der Nacht von Sonntag auf Montag kündigte US-Finanzminister Scott Bessent einen "wirtschaftlichen D-Day" gegen den Iran an. Ihm zufolge steht die größte je gegen einen Gegner geführte Finanzoffensive kurz vor ihrem Beginn.

Scott Bessent kündigt auf X einen "wirtschaftlichen D-Day" an. Quelle: Bessent/X

Das eigentliche Ziel dieser wirtschaftlichen Kriegsführung besteht natürlich darin, den Iran so in die Enge zu treiben, dass er aufgeben muss, mit der Wiedereröffnung der Straße von Hormus als letztendlichem Ergebnis.

Kurzfristig ist jedoch fraglich, wie realistisch das ist. Vorerst bleibt die wichtige Meerenge geschlossen, und der Brent-Ölpreis liegt weiterhin bei deutlich über 90 US-Dollar pro Barrel. Vorläufig scheint diese Aktion der Intervention der vergangenen Woche entgegenzustehen.

Mit der Ankündigung, zusätzliche langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen, will das US-Finanzministerium die langfristigen Zinsen senken. Dieser wirtschaftliche Angriff auf den Iran kann kurzfristig jedoch für neue Unsicherheit rund um Öl sorgen.

Dadurch besteht die Möglichkeit, dass sich höhere Ölpreise in der Inflation niederschlagen und Anleger dafür in Form höherer langfristiger Zinsen entschädigt werden möchten.

Die Aufregung sorgt in jedem Fall für ein höheres Maß an Unsicherheit rund um die Zinsen und die US-Staatsverschuldung. Gold profitiert davon und klettert vorerst weiter, während die Börsen in den Vereinigten Staaten die Woche offenbar mit einem leichten Kursrückgang beginnen.

Der Goldpreis steigt am Montagmorgen weiter. Quelle: TradingView

Interessanter Wandel der Marktdynamik

Angesichts dieser Kursbewegungen scheint sich eine interessante neue Dynamik an den Finanzmärkten abzuzeichnen. Bis vor Kurzem reagierte der Goldpreis vor allem negativ auf steigende Zinsen, da das Edelmetall im Gegensatz zum US-Dollar keine Zinsen ausschüttet.

Nun scheint sich in den Köpfen der Anleger vorsichtig etwas zu verändern. Durch die Maßnahmen des US-Finanzministeriums in der vergangenen Woche wird vielen bewusst, dass die höheren Zinsen Ängste um die Staatsverschuldung schüren.

Die Zinsen haben inzwischen einen Punkt erreicht, an dem die US-Regierung wieder eingreift. Ziel dieser Eingriffe ist es, die Zinsen zu senken, damit die Staatsverschuldung tragfähiger wird und die Wirtschaft stabil bleiben kann.

Obwohl die Regierung sich selbst und die Wirtschaft damit retten kann, kommen Anleger zu dem Schluss, dass dies durchaus zulasten des US-Dollars gehen könnte. Genau aus diesem Grund scheint der Markt wieder verstärkt nach Anlagen zu greifen, die vor Inflation schützen, wie Gold.

Nicht nur Gold ist wieder gefragt. Auch der Silberpreis notiert derzeit auf dem höchsten Niveau seit Juni und nähert sich der Marke von 70 US-Dollar pro Unze. In der Nacht zum Montag gab der Kurs etwas nach, doch in den vergangenen Stunden ist auch bei Silber wieder ein kleiner Anstieg zu beobachten.

Der Silberpreis fängt sich wieder und klettert auf fast 70 US-Dollar pro Unze. Quelle: TradingView

Anleger sorgen sich zunehmend um die hohen Zinsen in Kombination mit der US-Staatsverschuldung und greifen wieder verstärkt zu Edelmetallen.

Thom Derks

Thom Derks schreibt für GoldRepublic über Gold, Makroökonomie und Geopolitik. Er studierte Rechtswissenschaften in Leiden und Wirtschaft in Amsterdam. Seine persönliche Faszination für Knappheit und Werterhalt durch Bitcoin und Gold führte ihn in die Welt des Finanzjournalismus. Mit seinem eigenen Newsletter De Geldpers auf Substack erreicht er über 5.800 Abonnenten mit Analysen zu Märkten, Geopolitik und dem Währungssystem.