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Veröffentlicht am:
20.8.2026

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Gold steigt nach verzweifeltem Signal der US-Regierung

Gold, Silber und Platin machten diese Woche einen Sprung, nachdem das US-Finanzministerium mit einer bemerkenswerten Ankündigung aufwartete. Ab September wird die US-Regierung doppelt so viele langlaufende Staatsanleihen mit Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren zurückkaufen.

Ziel ist es, die langfristigen Zinsen, die zuletzt enorm gestiegen sind, nach unten zu drücken. Die 30-jährige Rendite auf US-Staatsanleihen stieg zuletzt beispielsweise auf ihren höchsten Stand seit rund 20 Jahren. Nach dieser Ankündigung reagierte die Rendite mit einem deutlichen Rückgang.

US-30-Jahres-Rendite fällt nach Ankündigung des US-Finanzministeriums
US-30-Jahres-Rendite fällt nach Ankündigung des US-Finanzministeriums. Quelle: TradingView

Das Signal wiegt schwerer als der Zinsrückgang selbst

Das Ausmaß des Zinsrückgangs ist jedoch nicht derart, dass man einen Kursanstieg von rund 3 Prozent bei Gold, Silber und Platin gleichermaßen erwarten würde. Genau das geschah jedoch. Und das hat wahrscheinlich mehr mit dem Signal zu tun, das die US-Regierung mit dieser Maßnahme sendet.

Es handelt sich hierbei nämlich nicht um Geldschöpfung. Es wird vor allem Geld verschoben. Noch wichtiger ist jedoch das Signal: Die US-Regierung zeigt, dass sie eingreifen wird, sobald der Markt wirklich danach verlangt.

Der Markt erhält damit erneut ein Stück Bestätigung, dass die US-Regierung eine Rezession nicht kampflos hinnehmen wird. Wenn Unterstützung nötig ist, um das Ganze aufrechtzuerhalten, dann kommt diese Unterstützung. Wahrscheinlich reagieren Gold, Silber und Platin deshalb so positiv auf diese Ankündigung.

Man könnte sagen, dass der Markt in dieser Maßnahme des Finanzministeriums die Absicht liest, in naher Zukunft noch mehr zu unternehmen, um die langfristigen Zinsen zu drücken.

Vorerst sorgt diese Entwicklung für eine Fortsetzung des starken Monats, den der Edelmetallkomplex erlebt hat. Silber übernimmt dabei klar die Führung, was es als volatilstes der drei meistens tut, während auch Gold und Platin sehr schöne Renditen erzielten.

Gold, Silber und Platin legten im vergangenen Monat allesamt kräftig zu
Gold, Silber und Platin legten im vergangenen Monat allesamt kräftig zu. Quelle: TradingView

Gold schlägt Chipaktien um mehr als 20 Prozentpunkte

Noch interessanter wird die Situation, wenn man die Renditen von beispielsweise Gold über den vergangenen Zeitraum mit denen von Chipaktien vergleicht. In den vergangenen zwei Monaten erzielte Gold eine Rendite von über 11 Prozent, während der Chipindex (SOX) eine negative Rendite von mehr als 11 Prozent hinnehmen musste.

Gold gewann 11 Prozent, während Chipaktien (SOX) in den vergangenen zwei Monaten 11 Prozent verloren
Gold gewann 11 Prozent, während Chipaktien (SOX) in den vergangenen zwei Monaten 11 Prozent verloren. Quelle: TradingView

Obwohl es noch zu früh für Schlussfolgerungen hinsichtlich eines Wachwechsels zwischen Edelmetallen und Chipaktien ist, sind das genau die Entwicklungen, auf die Goldanleger hoffen sollten. An den Finanzmärkten dreht sich vieles um Momentum.

Das scheint nun wieder vorsichtig in den Edelmetallkomplex zurückzukehren. Vorsichtig, denn die echte Bestätigung steht noch aus. Genauso muss sich noch zeigen, ob die Ankündigung des US-Finanzministeriums für eine dauerhafte Senkung der langfristigen Anleiherenditen sorgen kann.

Warum hohe Zinsen langfristig gerade für Gold sprechen

Das Sinken dieser Zinsen ist für Gold wichtig, insbesondere kurzfristig, weil es Anlegern eine Alternative bietet. Wenn Anleger über 5 Prozent auf US-Staatsanleihen erhalten können, stellt das eine Konkurrenz für Gold dar, das bekanntlich keine Zinsen ausschüttet.

Andererseits sorgen höhere Anleiherenditen langfristig gerade für eine positive Geschichte für Gold. Sie bedeuten schließlich, dass die US-Regierung höhere Zinsen auf ihre Staatsschulden zahlen muss. Dadurch steigen die Zinskosten, und die jährlichen Haushaltsdefizite nehmen weiter zu, wodurch sie noch mehr Schulden aufnehmen muss, um die Löcher zu stopfen.

So entsteht letztlich die negative Schuldenspirale, die für viele Anleger Grund ist, sich (zumindest teilweise) hinter der natürlichen Knappheit von Gold und anderen Edelmetallen zu verschanzen.

Gold, Silber und Platin sprangen nach einer bemerkenswerten Ankündigung des US-Finanzministeriums. Was liest der Markt in dieses Signal hinein?

Thom Derks

Thom Derks schreibt für GoldRepublic über Gold, Makroökonomie und Geopolitik. Er studierte Rechtswissenschaften in Leiden und Wirtschaft in Amsterdam. Seine persönliche Faszination für Knappheit und Werterhalt durch Bitcoin und Gold führte ihn in die Welt des Finanzjournalismus. Mit seinem eigenen Newsletter De Geldpers auf Substack erreicht er über 5.800 Abonnenten mit Analysen zu Märkten, Geopolitik und dem Währungssystem.