Der Goldpreis stürzt innerhalb von drei Tagen um 21% ab: Ist dies das Ende des Bullenmarktes oder nur eine Kaufgelegenheit?

Veröffentlicht am:
11.2.2026

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Der Goldpreis stürzt innerhalb von drei Tagen um 21% ab: Ist dies das Ende des Bullenmarktes oder nur eine Kaufgelegenheit?

Nach dem astronomischen Aufschwung von mehr als 100 Prozent in einem Jahr sahen wir die Goldpreis ab Ende Januar deutlich korrigieren. Innerhalb von drei Tagen verlor Gold rund 21 Prozent seines Marktwerts. Die große Frage ist natürlich: Sollten wir diesen Preisverfall als das Ende des Bullenmarktes beurteilen oder bleiben die Aussichten gut?

Wenn Hype, Verrücktheit und Goldrausch herrschen

Die Antwort ist weniger schwarz-weiß, als das Preisdiagramm vermuten lässt. Vorerst scheint der Rückgang hauptsächlich das Ende des extremen Goldrausches zu markieren, der in den ersten Wochen des Jahres 2026 sichtbar war.

An den Finanzmärkten ist Euphorie selten eine nachhaltige Grundlage. Sobald Taxifahrer, Friseure und entfernte Neffen anfangen, begeistert von einer Investition zu sprechen, rückt oft der Moment näher, in dem der letzte Käufer bereits gekauft hat und ein Top in Sicht ist.

Wir sahen dieses Muster nicht nur bei Gold, sondern noch stärker bei Silberpreis. Die Geschwindigkeit des Anstiegs, die breite Aufmerksamkeit und das zunehmende Gefühl, dass „jeder“ einsteigen muss, sind klassische Merkmale einer überhitzten Phase eines Bullenmarktes.

Der anschließende Preisrückgang war daher wahrscheinlich hauptsächlich eine Reaktion auf diese Überhitzung. Auf dem Höhepunkt des Wahnsinns steigen die Menschen nicht mehr aus fundamentalen Gründen an Bord, sondern einfach aus Angst, den Anschluss zu verpassen.

Gerade solchen Anlegern mangelt es an Überzeugung und sie verkaufen oft wieder, sobald die Kurse zu fallen beginnen. Infolgedessen ist der letzte Teil eines Anstiegs oft explosiv, aber die anschließende Korrektur ist in der Regel noch explosiver.

Die eigentliche Frage liegt woanders.

Für Anleger, die langfristig denken, sind diese Arten von Kursbewegungen nicht relevant. Es ist spektakulär zu sehen, wie Gold und Silber vorübergehend wie eine Rakete steigen, aber gerade die explosivsten Phasen erweisen sich selten als nachhaltig.

Diese Euphorieausbrüche werden daher besser als Lärm betrachtet. Sichtbar und laut, bestimmt aber selten die langfristige Richtung. Die zentrale Frage liegt tiefer: Haben sich die fundamentalen Kräfte hinter dem Anstieg tatsächlich verändert? Schließlich waren dies die Kräfte, die zu einer explosiven Phase des Goldrausches geführt haben. Die Verrücktheit kam nicht aus dem Nichts.

Solange die geopolitischen Spannungen anhalten, der Schuldenstand auf einem historisch hohen Niveau bleibt und die Zentralbanken zwischen Inflationsbekämpfung und Wirtschaftswachstum gefangen sind, bleiben die strukturellen Argumente für Edelmetalle weitgehend intakt.

Zurück zu den Grundlagen

In Momenten extremer Bewegung hilft es oft, zum Kern zurückzukehren. Gold ist im Wesentlichen ein finanzieller Vermögenswert, der von Politik und Wirtschaft getrennt ist. Das klingt abstrakt, bedeutet aber einfach, dass es für Gold keine Rolle spielt, ob China oder die Vereinigten Staaten die dominierende Weltmacht sind.

Man kann sagen, dass Gold theoretisch weitgehend unempfindlich auf geopolitische Machtverschiebungen reagiert. Dies ist bei Aktien grundlegend anders. Tatsächlich sind Unternehmen wie Apple und Tesla in hohem Maße von den globalen wirtschaftlichen und politischen Kräften und damit von der Position der Vereinigten Staaten innerhalb dieses Systems abhängig.

Derzeit befinden wir uns in einer Phase erhöhter geopolitischer Unsicherheit. Donald Trumps Politik zum Beispiel macht Europa zunehmend explizit. bezweifelt in dem Maße, in dem Sie sich weiterhin auf die Vereinigten Staaten als Verbündeten verlassen können. Infolgedessen wächst der Wunsch, unabhängiger zu werden, nicht nur im Bereich der Verteidigung, sondern auch in Bezug auf die Technologie.

Diese Bewegung ist sichtbarer. Auch in Japan, wo Sanae Takaichi diese Woche die Wahlen gewonnen hat gewonnen, Rufe nach höheren Verteidigungsausgaben werden lauter. Die Sorgen um China nehmen zu, während gleichzeitig Zweifel an der Natürlichkeit der uneingeschränkten Unterstützung der USA in einer möglichen Krisensituation bestehen.

An mehreren Fronten verschieben sich die geopolitischen Beziehungen daher langsam. Dies führt nicht unbedingt zu Extremszenarien, aber eine Schlussfolgerung ergibt sich: Die Unsicherheit darüber, wie die Welt morgen aussehen wird, hat deutlich zugenommen.

Genau das macht es aus in Gold investieren und in Silber investieren im Moment attraktiver. Wenn die Zukunft weniger vorhersehbar wird, passen Anleger ihre Portfolios an. Immer mehr Parteien scheinen zu erkennen, dass eine bescheidene Allokation in Edelmetallen in diesem geopolitischen Klima kein unnötiger Luxus ist, sondern eher eine Form der Versicherung gegen das Unbekannte.

Die geopolitische Unsicherheit ist auch unabhängig von einem zweiten strukturellen Problem: der weltweit steigenden Staatsverschuldung. Dieses Problem wird sich wahrscheinlich eher beschleunigen als verlangsamen, gerade weil wir in eine Phase eintreten, in der sich Verbündete von Natur aus weniger vertrauen.

Schließlich müssen zusätzliche Investitionen in die Verteidigung irgendwo bezahlt werden. In der Praxis bedeutet das oft neue Schulden. Geopolitische Spannungen werden schnell zu einer Rechtfertigung für eine weitere fiskalische Lockerung und damit für einen noch schnelleren Anstieg der Schulden.

Vor diesem Hintergrund erscheint es verfrüht, die jüngsten Kursrückgänge bei Gold und Silber als das Ende des Bullenmarktes zu bezeichnen. In der Tat bleiben die Aussichten langfristig günstig, und es scheint eine fundamentale Unterstützung für ein starkes Jahrzehnt für Edelmetalle zu geben.

Fazit

Nach einer explosiven Rallye fiel der Goldpreis innerhalb von drei Tagen um 21%. Ist das das Ende des Bullenmarktes oder eine gesunde Korrektur? Trotz der Panik sind die fundamentalen Aussichten in einer Welt geopolitischer Unsicherheit und steigender Schulden nach wie vor gut.

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