Die Fed denkt erneut an die Zinsen: Inflation und KI-Hype drücken den Markt

Veröffentlicht am:
20.12.2025

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Markt-Update

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1. Diese Woche drehte sich alles um die Fed.

Die US-Zentralbank stand diese Woche im Mittelpunkt. Nach wochenlangen Zweifeln und Unsicherheiten gab es eine weitere Zinssenkung. Dennoch war das Bild alles andere als eindeutig. Der Zinssatz wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 3,5-3,75% gesenkt, aber die Entscheidung erhielt eine beachtliche Anzahl von Gegenstimmen. Zwei Vorstandsmitglieder wollten keine Senkung, eines sogar einen größeren Schritt. Auch außerhalb der offiziellen Wähler gab es starke Einwände.

Powell räumte ein, dass es keinen Konsens gab: Die Inflation ist nach wie vor zu hoch, der Arbeitsmarkt schwächelt, und als Zentralbank haben Sie nur ein politisches Instrument. „Man kann nicht zwei Dinge gleichzeitig tun“, sagte er. Keine einfache Botschaft.

Dennoch ist der Ton vorgegeben: Die Fed wird ab dem 12. Dezember wieder US-Staatsanleihen kaufen, im ersten Monat im Wert von 40 Milliarden Dollar. Damit ist die Phase der sogenannten quantitativen Straffung (Reduzierung der Bilanz) bereits beendet. Das geht erstaunlich schnell und zeigt, dass die Fed über die Liquidität im Finanzsystem besorgt ist.

2. Die Märkte reagierten gespalten

Zunächst reagierten die Märkte positiv: Die Zinssätze fielen und ein zusätzliches Anleihekaufprogramm, aber am nächsten Tag kehrte sich die Stimmung um. Die enttäuschenden Berichte von Oracle, einem wichtigen Akteur auf dem KI-Markt, belasteten den Technologiesektor. Trotz erheblicher Investitionen in KI-Rechenzentren stellen sich die Vorteile nicht ein. Anleger befürchten, dass sich der KI-Hype schneller als erwartet abkühlt.

3. US-Arbeitsmarkt: gemischtes Bild

Die Arbeitslosigkeit bleibt ein zentrales Thema der Fed, und diese Woche war das Bild gemischt:

  • Die Zahl der offenen Stellen stieg leicht auf 7,67 Millionen, den höchsten Wert seit fünf Monaten.
  • Gleichzeitig stieg die Zahl der Entlassungen auf 1,85 Millionen, den höchsten Stand seit Anfang 2023.
  • Die Zahl der Neuernennungen ging ebenfalls zurück.

Kurzum: Der Arbeitsmarkt kühlt sich ab, aber besorgniserregend hart. Ökonomen zufolge ist das Bild weniger düster als einige alternative Datenpunkte zuvor vermuten ließen.

4. Deutschland kollidiert mit Trump

Die erneuten Spannungen zwischen den USA und Europa haben diese Woche ein Gesicht bekommen: Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, die Ära der „normativen Zusammenarbeit“ mit den USA sei vorbei. Er bezeichnete die US-Sicherheitsstrategie unter Trump als „inakzeptabel für Europa“ und forderte eine größere Unabhängigkeit der USA.

Gleichzeitig zieht Deutschland die Geldbörse des Militärs. Nächste Woche wird das Parlament über Verteidigungsaufträge im Wert von 52 Milliarden Euro abstimmen. Damit ist die Bundeswehr die stärkste konventionelle Streitmacht in Europa.

5. Droht die EZB bald wieder zu steigen?

Isabel Schnabel, das deutsche Mitglied des Direktoriums der EZB, meinte, dass eine Zinserhöhung nicht ausgeschlossen sei. Das ist bemerkenswert, da die Eurozone kaum wächst und seit Juni 2024 bereits acht Zinssenkungen zu verzeichnen waren.

Die meisten Ökonomen halten eine Zinserhöhung für unlogisch. Die Kreditbedingungen verschärfen sich erneut leicht, die Inflationserwartungen liegen weiterhin unter 2%, und das Wirtschaftswachstum für 2026 wird auf lediglich 1% geschätzt. In diesem Zusammenhang würde eine Zinserhöhung eher schaden als helfen.

6. Weltweite Zinssätze steigen

Es ist bemerkenswert, dass die langfristigen Zinsen weltweit wieder steigen. Die Renditen für Staatsanleihen erreichten ihren höchsten Stand seit 2009, noch vor der Zinsentscheidung der Fed. Die Anleger scheinen davon auszugehen, dass sich die Ära der Zinssenkungen dem Ende zuneigt.

Die große Frage: Erlauben Regierungen das? Schließlich bedeuten höhere Zinssätze deutlich höhere Zinsbelastungen bei steigenden Schulden. Was die Zentralbanken wollen und was politisch machbar ist, muss nicht dasselbe sein. Der Kampf zwischen Geldpolitik und fiskalpolitischer Realität ist noch lange nicht vorbei.

Fazit

Die Fed senkt die Zinsen, aber die Unsicherheit auf den Finanzmärkten nimmt zu. Sie erfahren, wie der Arbeitsmarkt, die Inflation und die geopolitischen Spannungen die Aussichten für Edelmetallinvestoren beeinflussen.

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