Deutsche Bank: Gold feiert historisches Comeback, Zentralbanken kaufen

Veröffentlicht am:
29.4.2026

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Deutsche Bank: Gold feiert ein historisches Comeback

In den 1990er Jahren verkauften viele Industrieländer einen Teil ihrer Goldreserven, während der US-Dollar zur dominierenden Währung im globalen Finanzsystem wurde. Der Kalte Krieg war vorbei, die Globalisierung beschleunigte sich, die US-Wirtschaft war stark und US-Staatsanleihen waren der ultimative sichere Hafen.

Aber diese Weltanschauung ändert sich rasant. Laut einem aktuellen Bericht von Deutsche Bank Forschungsinstitut ist die Rolle von Gold in den Reserven von Zentralbanken feiert ein historisches Comeback. Nicht weil das Währungssystem offiziell zu einem Goldstandard zurückgekehrt ist, sondern weil sich das geopolitische Umfeld grundlegend verändert.

In einer Welt, in der das Vertrauen in geopolitische Stabilität, Freihandel und Dollarreserven sinkt, gewinnt Gold wieder an Attraktivität.

Von der Dollar-Hegemonie zur geopolitischen Fragmentierung

Nach dem Fall der Berliner Mauer schien sich die Welt lange Zeit einem dominanten Modell zuzuwenden. Die Vereinigten Staaten waren die unbestrittene Supermacht. Der Welthandel wuchs explosionsartig. Schwellenländer bauten riesige Währungsreserven auf, oft in Dollar. US-Staatsanleihen waren liquide, sicher und warfen Zinsen ab. Gold hat nichts davon getan.

Aus diesem Grund ist der Goldanteil an den Reserven der Zentralbanken stark gefallen, so die Deutsche Bank.

Nicht unmittelbar nach dem Ende von Bretton Woods in den 1970er Jahren, sondern vor allem in den neunziger Jahren. Das ist ein wichtiger Punkt. Laut der Deutschen Bank hatte der Rückgang des Goldpreises weniger mit dem Verschwinden der formellen Verbindung zwischen dem Dollar und Gold zu tun, als vielmehr mit der darauf folgenden geopolitischen und wirtschaftlichen Ruhe.

Dieser Frieden ist inzwischen schwer zu finden. Die Welt bewegt sich hin zu größeren Machtblöcken, strategischem Wettbewerb und wirtschaftlicher Fragmentierung.

Die Vereinigten Staaten ziehen sich in einigen Bereichen von Freihandels- und globalen Sicherheitsverpflichtungen zurück, während China zunehmend zu einem alternativen Machtzentrum wird. Gleichzeitig sind Inflation, Haushaltsdefizite und geopolitische Spannungen wieder zu dominanten Themen geworden.

Dazu gehört noch ein weiteres wichtiges Element. In den letzten Jahren wurde die Finanzinfrastruktur rund um den Dollar häufig als geopolitisches Instrument eingesetzt. Das Einfrieren der russischen Dollar- und Euroreserven im Jahr 2022 war für viele Länder ein Signal, dass Devisenreserven nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein politisches Risiko bergen.

Gold hat in dieser Hinsicht eine einzigartige Eigenschaft. Es ist nicht die Schuld eines anderen. Es hängt nicht von der Zahlungsfähigkeit einer Regierung, einer Bank oder einer Zentralbank ab. Und wenn es physisch im Inland aufbewahrt wird, ist es außerhalb der unmittelbaren Reichweite ausländischer Sanktionen oder Blockaden.

Zentralbanken kaufen wieder Gold

Die Verschiebung ist in den Zahlen sichtbar. Der Anteil des Dollars an den weltweiten Zentralbankreserven ist nach Angaben der Deutschen Bank von mehr als 60 Prozent auf rund 40 Prozent gefallen. Gleichzeitig ist der Goldanteil auf 30 Prozent gestiegen.

Gold feiert ein Comeback in den Zentralbankreserven. Quelle: Deutsche Bank

Ein Teil dieses Anstiegs ist natürlich auf den höheren Goldpreis. Aber laut der Deutschen Bank ist das nicht die ganze Geschichte. Zentralbanken, insbesondere in Schwellenländern, kaufen Gold seit der Finanzkrise 2008 strukturell. Diese Käufe sorgen nicht nur für mehr physisches Gold in Reserven, sondern stützen auch den Goldpreis selbst.

Es ist bemerkenswert, dass die Nachfrage hauptsächlich aus Schwellenländern kommt. Russland, China, Indien, die Türkei und Polen gehören zu den größten Käufern der letzten Jahre. Länder in Osteuropa und im Nahen Osten haben ihre Goldreserven ebenfalls erheblich erhöht, insbesondere seit der russischen Invasion in der Ukraine.

Dennoch gibt es nach Angaben der Deutschen Bank noch viel Spielraum für weiteres Wachstum. Die Schwellenländer halten im Vergleich zu den Industrieländern immer noch relativ wenig Gold. Ende 2025 bestanden rund 16 Prozent der Reserven der Schwellenländer aus Gold, verglichen mit 34 Prozent in Industrieländern. Die Frage ist, ob die Schwellenländer die Notwendigkeit sehen in Gold investieren, wie von der Deutschen Bank hier beschrieben.

Kann Gold im Währungssystem eine noch größere Rolle spielen?

Die Deutsche Bank skizziert auch ein weitreichenderes Szenario. In der Vergangenheit spielte Gold oft eine zentrale Rolle in Geldsystemen. Unter Bretton Woods war der Dollar indirekt mit Gold verbunden. Dies war seit 1971 formell nicht mehr der Fall. Das bedeutet jedoch nicht, dass Gold nie wieder eine monetäre Funktion haben kann.

In einer Welt, in der Länder außerhalb des Westens an alternativen Zahlungssystemen, der Abwicklung in Landeswährung und digitaler Infrastruktur arbeiten, kann Gold wieder zu einem Anker werden. Nicht unbedingt über einen klassischen Goldstandard, sondern möglicherweise über Zahlungsmittel oder Reservesysteme, die teilweise durch Gold abgesichert sind.

Das klingt vielleicht weit weg. Aber die Richtung ist interessant. Wenn Länder weniger abhängig vom Dollar werden wollen, müssen sie Vertrauen in Alternativen aufbauen. Gold kann dabei helfen, gerade weil es international anerkannt und knapp ist und laut Forschern der Deutschen Bank keine Verpflichtung einer anderen Partei darstellt.

Fazit

Laut der Deutschen Bank erlebt Gold aufgrund der wachsenden geopolitischen Unsicherheit und des sinkenden Vertrauens in den Dollar ein starkes Comeback in den Zentralbankreserven. Insbesondere Schwellenländer kaufen mehr Gold als strategische, politisch unabhängige Reserveanlage.

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