Obwohl sich GoldRepublic ausschließlich auf den Kauf, den Verkauf und die sichere Lagerung physischer Edelmetalle konzentriert, erklären wir in diesem Artikel, was Gold-Futures genau sind, wie sie funktionieren und welche Strategien Händler einsetzen.
Haftungsausschluss: Gold-Futures gelten als komplexe Finanzinstrumente, die auch erhebliche Risiken mit sich bringen. Sie können Ihren Einsatz ganz oder teilweise oder sogar mehr als Ihren Einsatz verlieren. Es empfiehlt sich daher, sorgfältig abzuwägen, ob Gold-Futures zu Ihrer Risikobereitschaft und Ihren Anlagezielen passen.
Was ist ein Gold-Future?
Ein Gold-Future (auch Gold-Terminkontrakt) ist eine Vereinbarung, an einem festen Datum in der Zukunft eine festgelegte Menge Gold zu kaufen oder zu verkaufen, und zwar zu einem Preis, der heute vereinbart wird.
Mit einem Gold-Future können Anleger auf künftige Preisbewegungen von Gold spekulieren und sowohl bei steigendem als auch bei fallendem Goldpreis Gewinne erzielen.
Long-Position
Bei einer Long-Position in einem Gold-Future verpflichtet sich der Käufer, in der Zukunft Gold zu einem heute festgelegten Preis zu kaufen. Der Käufer geht diese Position ein, wenn er erwartet, dass der Goldpreis steigen wird.
Steigt der Marktpreis über den vereinbarten Preis, erzielt der Käufer einen Gewinn, weil er das Gold günstiger beziehen kann.
Short-Position
Bei einer Short-Position in einem Gold-Future verpflichtet sich ein Anleger dagegen, Gold in der Zukunft zu einem heute festgelegten Preis zu verkaufen. Anleger gehen diese Position ein, wenn sie erwarten, dass der Goldpreis fallen wird.
Fällt der Marktpreis unter den vereinbarten Preis, erzielt der Anleger einen Gewinn, weil er das Gold über dem Marktpreis verkaufen kann.
Der Standardkontrakt eines Gold-Futures umfasst 100 Feinunzen Gold; gut 3,1 Kilogramm. Der Wert eines solchen Kontrakts liegt je nach aktuellem Goldpreis pro Feinunze schnell bei über 400.000 $.
Es gibt auch kleinere Varianten, etwa den Micro Gold Future über 10 Feinunzen.
Handel mit Gold-Futures
Anleger, die mit Gold-Futures handeln möchten, müssen dies über einen Broker tun, der ihnen Zugang zur Börse verschafft. Gold-Futures werden an großen, internationalen Spezialbörsen wie der COMEX (Commodity Exchange) in den USA gehandelt. Diese New Yorker Börse gehört zur CME Group aus Chicago und ist mit Abstand die größte und führende Börse der Welt für den Handel mit Gold-Futures.
Der an der Börse gehandelte Standardkontrakt eines Gold-Futures umfasst meist 100 Feinunzen Gold; gut 3,1 Kilogramm.
Sie müssen dem Broker nicht den vollen Kontraktwert von 100 Feinunzen Gold zahlen, sondern meist nur einige Prozent davon: die sogenannte Margin. Die Margin beträgt oft etwa 5 % bis 9 % des gesamten Kontraktwerts, wenn eine Position „overnight“ gehalten wird. Das bedeutet, dass die Position nach Ende des Handelstages offen bleibt und in den nächsten Handelstag übernommen wird.
Für Daytrader verlangen Broker oft eine niedrigere Margin (Daytrading-Margin). Dabei kann es sich um einen festen Betrag oder einen Prozentsatz handeln.
Fällt der Goldpreis und sinkt Ihre Einlage unter das erforderliche Minimum, müssen Sie sofort Geld nachschießen, um zu verhindern, dass der Broker Ihre Position schließt. Das nennt man einen Margin Call.
Steigt der Goldpreis hingegen, während Sie mit Hebel investiert sind, passiert finanziell genau das Gegenteil eines Margin Calls. Da Gold an Wert gewinnt, wächst der zugrunde liegende Wert Ihrer Position. Ihr Gesamtvermögen beim Broker steigt um den Betrag des Kursanstiegs multipliziert mit Ihrem Hebel.
Gold-Future-Strategien
Für Gold-Futures gibt es eine Reihe von Strategien, die alle drei aktives Management und ausreichende Marktkenntnisse erfordern:
- Das Eingehen einer Long-Position oder Short-Position auf den erwarteten Goldpreis ist die gängigste Strategie.
- Spread-Trading: der gleichzeitige Kauf und Verkauf von Kontrakten mit unterschiedlichen Laufzeiten, um von der Preisdifferenz zu profitieren. Diese Strategie wird vor allem von professionellen Händlern angewendet, da solche Preisdifferenzen oft schnell verschwinden und für Privatanleger schwer zu nutzen sind.
- Absicherung (Hedging) einer bestehenden Position in physischem Gold: So schützen sich Anleger gegen einen fallenden Goldpreis, ohne ihr eigenes physisches Gold zu verkaufen. Dazu geht ein Anleger an der Börse einen Short-Future-Kontrakt ein, mit dem er Gewinn erzielt, wenn der Goldpreis fällt. Ein etwaiger Verlust auf das physische Gold wird so genau durch den Gewinn aus dem Kontrakt ausgeglichen, sodass das Gesamtvermögen gleich bleibt.
Anders als viele andere Anlageformen hat ein Gold-Future ein Verfallsdatum. Rückt das Verfallsdatum näher, gibt es drei Möglichkeiten:
- Ihre Position schließen und das Ergebnis mitnehmen
- Die Position in die nächste Kontraktperiode rollen, mit den damit verbundenen Transaktionskosten
- Die physische Lieferung annehmen (unüblich und nicht immer machbar)
Broker schließen Positionen meist automatisch vor dem Liefertermin, um eine physische Lieferung zu vermeiden.
Unterschiede zwischen Gold-Futures und physischem Gold
Der Unterschied zwischen physischem Gold und Gold-Futures liegt vor allem im Eigentum, im Zweck und im Risiko. Während physisches Gold ein greifbarer „sicherer Hafen“ für die lange Frist ist, ist ein Gold-Future ein Finanzkontrakt, um kurz- bis mittelfristig zu spekulieren oder sich abzusichern, und bringt ein deutlich höheres Risiko mit sich.
Zudem können Sie in physisches Gold bereits mit kleinen Beträgen investieren (bei GoldRepublic schon ab 50 €), während für Gold-Futures oft deutlich höhere Einstiegsbeträge nötig sind: mindestens 1.000 $ bis 2.000 $ bei Micro Gold Futures (mit einem Umfang von 10 Feinunzen Gold), bei Standardkontrakten über 100 Feinunzen noch ein Vielfaches davon.
Entdecken Sie die Strategien und Risiken von Gold-Futures und den Unterschied zu physischem Gold.
GoldRepublic ist eine führende europäische Plattform für physische Edelmetalle, gegründet im Jahr 2010 als erster Edelmetallhändler mit einer Lizenz der AFM (niederländische Finanzmarktaufsicht). Unsere Artikel werden von einem Team aus Experten für Makroökonomie, Edelmetalle und Geopolitik verfasst.





